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10. Bieler-Forum der Vertrauensärzte
Actualité

Im Hotel Elite konnten wir im Rahmen des 10. Bieler-Forums der Vertrauensärzte wiederum über 90 Teilnehmer begrüssen. Die Themenschwerpunkte

  • individualisierte Medizin
  • Technologie in Medizin und Chirurgie
  • Gesundheitsversorgung zwischen Markt und Staat

wurden vom Tagungsleiter im Vorfeld treffend gewählt und konnten mit hervorragenden Referenten besetzt werden.

Die Referate:

  • Was der Vertrauensarzt über medizinische Genetik wissen sollte Rascher Zuwachs der Erkenntnisse der Medizinischen Genetik führt zu grossen Lücken im zeitgerechten Wissenstransfer an Vertrauensärzte. Die Aufgabe der Klärung der Kostenübernahme durch die Soziale Krankenversicherung wird zusätzlich durch Defizite der gesetzlichen Regelungen erschwert. Gute Lösungen können mit direkten Kontakten durch Genetiker und Vertrauensärzte eher gefunden werden. Prof. em. Dr. med. Albert Schinzel, Institute of Medical Genetics
  • Medizinische Genetik: Beispiele aus der Praxis Beispiele aus allen grossen Gebieten der Pädiatrie geben Einblick in das grosse Potential der Medizinischen Genetik zum Stellen genauerer Diagnosen, für Krankheitsbilder, welche oft jahrelang ungeklärt bleiben. Schon das Wissen um die Existenz eines genetischen Leidens kann hilfreich sein für die Eltern und die betroffenen Kinder. Fall- Beispiele zeigen, dass auch in der Weiter- und Fortbildung der Pädiater der Medizinischen Genetik mehr Beachtung und Raum gegeben werden sollte. Dr. med. Bernhard Steiner, Institute of Medical Genetics
  • Vulnerable Patienten, die medizinische Genetik und das Recht (mit Fussnoten aus ethischer Sicht) Genauere Kenntnisse über das eigene Genom öffnet gleichzeitig auch mehr Wissen über seine Famlie und weitere (unbekannte) Verwandte. Dadurch können diese zu Betroffenen werden. Die relativ engen Regelungen des Gesetzgebers (Analyseliste, Genetische Beratung) erschweren die Bearbeitung von Leistungen zu Lasten der sozialen Krankenversicherung. Der Gesetzgeber braucht zur Weiterentwicklung Fachleute, welche sich gut in beiden Gebieten auskennen: Gesetzgebung und Medizinische Genetik. Prof. Dr. iur. Max Baumann, Rechtsanwalt
  • Software unterstützte Entscheidungsfindung in Diagnostik und Therapie Heutige Medizin erzeugt oft in kurzer Zeit sehr viele Datenmengen, welche kaum mehr gesamtheitlich genutzt werden. Computer generierte Modelle können helfen, sich mit solchen Datenmengen besser zu Recht zu finden, indem das Modell selbst prüft, ob eine Information zur Optimierung einer Diagnose oder Therapie gebraucht werden kann oder nicht. In der Grundversorgung können solche Modelle die Triage zur Weiterleitung von Patienten an Spezialisten verbessern und damit invasive Untersuchungen und Kosten vermindern helfen. Beispiele aus der Kardiologie werden gezeigt. Peter Ruff, CEO Exploris AG
  • Innovation in der Chirurgie "Fluch oder Segen" Echte Innovation kann nachhaltig nur durch sorgfältige wissenschaftliche Arbeiten eingeführt und erhalten werden. Technische Entwicklungen brauchen sorgfältige Vorbereitungen, Motivation und Ausdauer zur Einführung in der Chirurgie. Fehlentwicklungen müssen rasch erkannt und deren Anwendungsverzicht durchgesetzt werden. Innovation soll stets dem Patienten einen Mehrnutzen bringen. Echte Roboter gibt es in der Chirurgie noch nicht. Marketing Projekte können in der Chirurgie zur Entwicklung von Pseudo-Innovationen verleiten. Register erleichtern die Einhaltung einer hohen Qualität der angewandten neuen Verfahren. Prof. Dr. med. Thomas Kocher, Departementsleiter Chirurgie, Kantonsspital Baden
  • Gesundheitsversorgung zwischen Markt und Staat Die grossen anstehenden Probleme im Gesundheitswesen können nur durch Zusammenarbeit der Partner wirklich gelöst werden. Das gilt v.a. auch für den "Reformstau" beim Gesetzgeber und den Partnern: Ärzte, Spitäler, Kostenträger und Kantone. Vorausetzungen für gute Lösungen sind starke Dachverbände. Doch alle sind zur Zeit in einer Krise. Auswege sind auch hier durch bessere Zusammenarbeit möglich. Alt-Ständerat Christoffel Brändli, Verwaltungsratspräsident santésuisse

Dank

  • an Sie alle, die am Forum teilgenommen, es bereichert und lebendig gemacht haben. Es war auch in diesem Jahr ein Ort der Begegnung, des Gesprächs und Austauschs.
  • an die Referenten. Ihre teils packenden Einblicke in die Genetik bis hin zu damit verbundenen Rechtsfragen, Neuheiten in der Informatik und in der Chirurgie, die Möglichkeiten und Grenzen der Technik sowie die politische Agenda: für ihre spannenden, hochstehenden Updates.
  • an die musikalische Begleitung von Daniel Woodtli und Michael Zisman.
  • an Dr. Reto Guetg für die Tagungsleitung und die Organisation im Vorfeld sowie an Nannette Baumgartner und an Fabienne Wyss für die Besorgung des Tagungssekretariats.
  • Last but not least, Novartis und santésuisse, welche uns hervorragend unterstützt haben.

11. Bieler-Forum 2013

Merken Sie sich bereits heute das Datum des nächsten Bieler-Forums vor:

Donnerstag, 17.01.2013, im Hotel Elite, Biel.